Vor allem im Objektbereich kommt man seit einigen Jahren um Sichtbeton nicht mehr herum. Architekten nutzen gerne die puristische Anmutung des Baustoffs Beton, die der heute beliebten, klaren Formensprache folgt und Gebäuden ein urbanes Erscheinungsbild verleiht.
Die Herausforderung dieser Bauweise: Die Elektroinstallation muss bereits bei der Schalung berücksichtigt werden. Dosen und Leerrohre werden so eingegossen, dass sie später exakt am richtigen Platz sitzen und – abgesehen von den gewünschten Bedienelementen - nichts mehr von ihnen zu sehen ist.
In der Praxis nutzt man heute dafür besondere Installationsmethoden, die zum Beispiel mit Stützholmen arbeiten. Sie werden zwischen die beiden Schalungen geklemmt und fixieren Rohre und Dosen an Ort und Stelle. Allerdings führt diese Technik nicht immer zu einem zufriedenstellenden Ergebnis, denn auf der Rückseite wird häufig die Oberfläche verletzt. Falls diese Wand später ebenfalls sichtbar bleiben soll, müsste man hier aufwändig nacharbeiten, um die Spuren der Installation zu beseitigen.
Spelsberg hat sich als Spezialist für anwenderfreundliche Gehäuse hier neue Gedanken gemacht und eine völlig andere Lösung entwickelt:
Die neue Bewehrungsdose kommt ohne Hilfsmittel wie Stützholme aus, und wird statt dessen mit Hilfe einer patentierten Technik direkt in die Bewehrung gespannt und hier mit Rödeldraht fixiert. Rillen sorgen dafür, dass die Dose innerhalb der Bewehrung fest einrastet und sogar unterschiedliche Eisenstärken bis 18mm toleriert.
Das Besondere der Spelsberg-Lösung ist ein vollkommen neu entwickeltes Federsystem. Es bietet maximale Flexibilität ohne die Gefahr, dass Teile abbrechen und so dem Druck des Betons beim Gießen nicht stand halten. Schon beim Einsetzen lassen sich die federnd gelagerten Befestigungsflügel komfortabel zur Seite klappen. Auf diese Weise ist jede Dose in Sekundenschnelle an der richtigen Stelle platziert und fixiert. Wie ein Stoßdämpfer gleicht das Federsystem verschiedene Betondeckungen von 20-60 mm problemlos aus und stellt jederzeit den perfekten Anpressdruck auf die Schalung sicher.
Für Mehrfachkombinationen wurden in die neue Bewehrungsdose Kombinocken integriert, die den exakten Abstand der einzelnen Gehäuse ohne zusätzliches Zubehör herstellen und während des Gießens zuverlässig erhalten.
Zur Markteinführung sind zunächst eine 35er Wandauslassdose und eine klassische 60mm Dose verfügbar, die bereits einbaufertig geliefert werden. Wie bei Spelsberg üblich, wurde die neue Bewehrungsdose aber nicht als einzelnes Produkt entwickelt. Vielmehr wurde sie in das bewährte IBT-System integriert. Ein universeller Bewehrungsadapter sorgt nun dafür, dass man abgesehen von der Perilex Gerätedose alle U71 Dosen aus der IBT-Serie hier aufsetzen und nutzen kann. Damit bietet das neue System sofort eine große Vielfalt an Installationsmöglichkeiten und eine nie dagewesene Flexibilität. Selbst auf der Baustelle könnte man noch auf Planungsänderungen reagieren und auf den Adapter andere Dosen aufsetzen, wenn dies nötig ist. Zusätzlich ist ein Tiefdose verfügbar, durch die man die Dose weiter nach hinten verlängern kann, um beispielsweise größere Einbautiefen zur erreichen.
Durch diesen modularen Aufbau bleibt das System übersichtlich und die Lagerhaltung bei Großhandel und Handwerk wird nicht unnötig aufgebläht.
Um die Installation noch weiter zu vereinfachen, setzt Spelsberg auf ein durchgängiges Farbkonzept. So ist der Boden der Dosen immer grün und die Front immer blau, so dass man die Gehäuse intuitiv richtig herum greift und einsetzt, ohne sie während der Montage genauer betrachten zu müssen. Eine bedeutende Fehlerquelle wird damit ausgeschlossen.
Eine Vielzahl an Einführungen für die Verrohrung reduziert die Montagezeit weiter – fällt es doch hier besonders leicht, die Leerrohre in die federnde Dose einzuführen. Der vollisolierte Leitungsübergang stellt zudem ein geschlossenes System her, dass eine hohe Dichtigkeit und maximalen Schutz gegen eindringenden Beton gewährleistet.